Seifenbücher

Neue Seifenbücher

"Seifen und Düfte" von Catherine Bardey erschien 2000 in deutscher Fassung und stellt die Seifenherstellung daheim kurz vor. Die vorgestellten Rezepte basieren hauptsächlich auf zwei Grundrezepten die mit diversen Zusätzen variiert werden.

"Das Seifenbuch" vom Lipburger Waschkollektiv erschien 1983 im Oase Verlag. Neben viel Theorie über's Waschen werden verschiedene Seifensorten erklärt. Rezepte (auch für Badeöle usw.) runden das Angebot ab.

Alte Seifenbücher

Vor ca. 80 - 150 Jahren erschienen im deutschsprachigen Raum eine Reihe von Werken, die  sich mit der Seifenerzeugung befaßten. Einige davon sind auch heute noch in gut sortierten Antiquariaten erhältlich - leider oft zu exorbitanten Preisen. Die interessantesten Bücher werden hier kurz vorgestellt, damit sie nicht ganz in Vergessenheit geraten - es wäre schade darum, alleine schon wegen der darin enthaltenen Rezepte und Duftmischungen. Jeder Seifensieder sollte seine Wurzeln kennen ! ;-)

In 2 Bänden erschienen und damals offenbar ein vielzitierter Klassiker der schaumigen Zunft  war Dr. Deite's "Handbuch der Seifenfabrikation", erschienen im Verlag Julius Springer. Dr. Deite war unter anderem als Redakteuer der Zeitschrift "Der Seifenfabrikant" tätig. Die 2. Auflage erschien 1896.

Werbung für Dr. Deite's Buch über die Seifenfabrikation

Walther Schrauth verfasste später ein darauf basierendes Buch: "Handbuch der Seifenfabrikation. Nach dem Handbuch von Dr. C. Deite völlig umgearbeitet und neu herausgegeben." Berlin, Julius Springer Vlg., 1921. 5. Auflage. Gr.8°. XII, 734 S., 1 Bl. Mit 171 Textfiguren. Orig.-Halbleinenband. Sehr empfehlenswert. 

Walter Schrauth schrieb auch "Die medikamentösen Seifen, ihre Herstellung und Bedeutung unter Berücksichtigung der zwischen Medikament und Seifengrundlage mölgichen chemischen Wechselbeziehungen", Berlin, Verlag Julius Springer 1914 ; unter anderem interessante Betrachtungen über die Wirkung ätherischer Öle.

Ende des 19. Jahrhunderts erschien: "Die feineren Toiletteseifen und ihre Fabriaktion in Deutschland, England und Frankreich" Nach 50jährigen Erfahrungen bearbeitet von Martin Hauer, Fabrikant in Hamburg. Weimar, Verlag von Bernh. Friedrich Voigt. 

Im Verlag Hartleben erschienen vor ca. 100 Jahren einige Bücher, die sich mit der Seifenherstellung bzw. den dazu nötigen Rohstoffen auseinandersetzten, zum Beispiel der in der Reihe "Chemisch technische Bibliothek" veröffentlichte Band:

Titelblattausschnitt  von "Die Seifenfabrikation"

Der Ausschnitt des Titelblatts stammt von der 10., vermehrten und verbesserten Auflage von 1921.Im gleichen Verlag erschien um 1900:  "Praktisches Rezeptbuch für die gesamte Fett-, Öl-, Seifen- und Schmiermittel-Industrie." von  Louis Edgar Andes, 428 Seiten.

Bereits im Jahr 1802 setzte sich Johann Heinrich Gottlieb Brückner mit der Seifensieder auseinander: "Die Kunst, die Seifen, besonders die Talgseifen, mit beträchtlicherer Kostenersparniß als bisher zu bereiten, nach Anleitung chemischer Grundsätze." Görlitz, Anton 

Damals wurden den Büchern - im Gegensatz zu heute - oftmals wesentlich längere Titel gegeben, die mehr Beschreibung als Blickfang waren - wahrscheinlich gab es damals die heute so gebräuchlichen Klappentext noch nicht. Ein Beispiel dazu wäre folgendes Buch: 

"Seifen. Seifensieden. Die neuesten Entdeckungen über das Seifen-Sieden und über einige andere damit in Verbindung stehende Sachen. Sowohl für Seifensieder als auch für Wirthschafterinnen brauchbar."  Die 2. Auflage erschien 1802 in Leipzig und weist 251 Seiten mit einer Holzschnittabbildung auf, ein Autor wird nicht genannnt. Das Buch beinhaltet eine Zusammenfassung aus den Werken der Franzosen Darcet, Lelievre und Pelletier sowie ein Kompendium der verschiedensten Verfahren und Rezepturen der Seifenerzeugung. Sehr selten und teuer.

Auch Sigismund Friedrich HERMBSTAEDT schrieb zu Anfang des 19. Jahrhunderts ein Buch über die Seifenherstellung: 
Titel: Die Wissenschaft des Seifesiedens oder  Chemische Grundsätze der Kunst alle Arten harte und weiche Seife zu fabriciren; oder Anleitung zur rationellen Kenntniss und Ausübung der Kunst Seife zu sieden, für denkende Seifensieder, um ihr Gewerbe gründlich kennen und ausüben zu lernen;und Hauswirthinnen, welche diese Kunst verständig ausüben wollen.  erschienen in  Berlin & Stettin: F. Nicolai, 1808.

Johann Georg Greve verfasste um 1832 eine " Gründliche und vollständige Anleitung zur Fabrikation der Seife zum Selbstunterricht. Nebst Anweisung zur Fabrikation der Talglichter, vermittelst einer Maschine. Nach vieljährigen Erfahrungen."Greve's Anleitung zur Fabrikation der braunen, schwarzen und grünen Seife. Nebst Anleitung zur Anlage einer  Seifenfabrik" (so der Text a. d. Vortitelblatt), das Buch erschien in Hamburg in der Herold'schen Buchhandlung. Später wurde das Buch in drei Teilen herausgegeben.

Hermann Fischer spricht nach eigener Aussage im Vorwort "mit einfachen klaren Worten zu seinen Kollegen" in seinem Buch "Der praktische Seifensieder oder gründliche Anleitung zur Fabrikation aller im Handel vorkommenden Riegel-, Schmier-, Textil- und Toilettenseifen."  Die  6. Auflage erschien in vollständiger Neubearbearbeitung 1889 im Verlag. Weimar. Voigt. Besondere Berücksichtung fanden die Neuerungen in der Seifenindustrie, der Titel der 5. Auflage dieses Werkes, erschienen 1865 im gleichen Verlag, lautete noch "Die Kunst des Seifensiedens und der Kerzenfabrikation".

Alwin Engelhardt beschäftigte sich zwar auch mit der Likörherstellung und verfasste dazu einen Ratgeber, doch insgesamt scheint sein Herz wohl eher der Chemie, und hier wieder insbesondere der Seifenerzeugung gehört zu haben. Im Jahr 1919 erschien die 2. Auflage seines Werkes: "Handbuch der praktischen Toiletteseifenfabrikation sowie Herstellung der medizinischen Seifen, Glyzerinseifen + Seifenspezialitäten" in einer Bearbeitung von Dr. A. Ganswindt.

Mit "Haus- und Industrieseifen" von W. Grundmann erschien 1925 in Augsburg beim Verlag für chemische Industrie H. Ziolkowsky G. m. b. H.  ein weiterer "Praktischer Leitfaden für die Fabrikation von Haus- und Industrieseifen". Dieses Buch beschäftigt sich insbesondere mit den möglichen Problemen beim Sieden der verschiedenen Seifensorten und gibt Tipps zur Behebung.

Siedemeister Robert Krings aus Berlin brachte 1929 einen schmalen Band im Selbstverlag heraus: "Neuzeitliche Waschmittel und deren Herstellung

Auszug aus einem alten SeifenbuchHeinrich Hirzel: Toiletten-Chemie: nach der 2. Auflage der "Art of Perfumery" von G.W.Septimus Piesse. Leipzig, Weber, 1857, Enthält Kapitel über die Geschichte der Parfümerie, die Herstellung von Seifen, Parfümen usw. Der amerikanische Autor Piesse hinterlies uns mit seinem Buch "Art of Perfumery" einen interessanten Einblick in die Duftkompositionen der damaligen Zeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit dem 1893 erschienenen  Buch "AMERICAN SOAPS - a complete treatise on manufacture of soap, with special reference to American conditions and practice" legt Henry Gathmann, Editor des American Soap Journal, eine ebenso umfassendew wie übersichtliches Werk vor Arbeit vor, welches sich eingehende mit dem verwendeten Materialen beschäftigt. Ein ganzes Kapitel ist der zweckmäßigen Einrichtung einer Seifenfabrik gewidmet.

1907 erschien die 7. Auflage von "The Art Of Soap-Making" von Alexander Watt in London. Der Autor vermittelt eine schöne Übersicht über die Herstellung verschiedener Seifensorten und zitiert dabei immer wieder Erkenntnisse seiner Vorgänger - damit gibt er interessante Einblicke in die Entnwicklung der Seifenherstellung. Besonders spannend ist die Erläuerung diverser alter Patente und Verfahren die von verschiedenen Siedern vor über einem Jahrhundert entwickelt worden sind.

1920 erschien bereits die 3. Auflage von "Modern Soaps, Candles and Glycerin" von Leebert Lloyd Lamborn. Dieses reichlich illustrierte Buch setzt sich unter anderem genau mit den verschiedenen Maschinen zur Seifenherstellung auseinander.

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letzte Änderung: Montag, 18. Juni 2007